Gespräche mit der Erde

Kurzgeschichte-Gespräche mit der Erde

Ich laufe auf der Erde. Ich merke den Boden unter mir, wie er mich hält. Ich bin in Kontakt mit der Erde, welch ein Wunder! Ich halte einen inneren Monolog, doch die Erde hört mich, sie spürt meine seelische Präsenz, mein Gewicht. 

„Liebe Erde, du bist so wunderschön. Deine zarten Nuancen zeigen sich in jedem Blatt, in jeder Pflanze und jedem Baum. Wie kann ich lernen so präsent und stabil zu sein wie du und gleichzeitig so zart?“..

Meine Schritte verlangsamen sich und ich komme mehr im Hier und Jetzt an. Ich spüre den Wind, höre ein paar Vögel zwitschern und nehme meinen Körper wahr. Die Erde spiegelt mir auf ihre Art eine Antwort zurück. Sie tut es einfach. Sie ist die Fülle selbst, verankert in sich und ein Team mit all ihren Teilen und Facetten. 

„Du trägst mich, Tag ein, Tag aus und du hälst aus, was wir dir antun. Wie geht das?“

Da fällt mir auf, dass sich die Erde ständig in einer Veränderung befindet, sich ständig anpasst. Die Blätter wechseln je nach Jahreszeit die Farben, die Bäume sind mal nackt, mal voll. Die einzelnen Pflanzen schaffen Raum für ihr größtmögliches Wachstum und kommunizieren mit-und untereinander. Die Elemente sind mal wild, mal sanft und nach einer Katastrophe ensteht Neues. Die Erde hat ihren eignen Rhythmus, bezieht alles von sich ein und lässt allen Elementen Raum. 

„Ich glaube ich verstehe dich etwas besser. Ich beobachte dich schon eine ganze Weile und sehe, dass du nichts von dir ausklammerst, dass du gewappnet bist für jede aufkommende Situation. Wenn du dich selbst lebst, inspirierst du uns alle dazu, uns selbst mehr zu leben.“

Da ist so viel Platz für uns alle. Da ist so viel Fülle für uns alle. Warum streiten wir uns? Warum gönnen wir uns nichts gegenseitig, wenn doch die Erde der beste Ort zum Lernen ist, seine Liebe den anderen gegenüber zu offenbaren?

Ich schlendere weiter auf dem weichen Waldboden und mir schießt eine Frage durch den Kopf:

Spreche ich vielleicht mit mir?

 

 

By Norina

 

 

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